reflections

Ein verpfuschter Standardaufreißabend

Es war irgendwann in den letzten Dekaden, als der verpfuschte Standardaufreißabend wie eine Seuche zur regelrechten Plage wurde.
Der konnte und kann auch heute noch ungefähr so aussehen:

Du und noch ein paar andere Kumpels wollen Mädels kennenlernen. Was gibt es da Besseres als der Besuch von Diskotheken und Partyhallen? Meist ist es so, dass der gesamte Laden nur darauf wartet, dass sich endlich eine Männergruppe erbarmt, auf Frauensuche zu gehen. Man ist praktisch die Rarität im Standardnachtleben.

Erst wird in einer Bar oder einem nächtlichen Café gestartet. Um die Stimmung anzuheizen, werden zum Essen am besten irgendwelche süßen Cocktails getrunken. Natürlich stiert man automatisch auf alles, was weiblich aussieht und den Standarderwartungen einigermaßen entgegenkommt. So allmählich hat man einen in der Krone, was vielleicht bei dem Einen oder Anderen den Mut aufkommen lässt, Kontakt aufzunehmen. Aber noch ist kein Zwang da. Der Abend ist bis Mitternacht noch recht jung und das Highlight kommt sowieso später in der Disse.

Die Musik in der Diskohalle ist laut. Man steht als geschlossene Gruppe herum, so wie ein Großteil der anderen Besucher. Nur die Blicke verraten, dass man die Jungengruppe gerne erweitern möchte, am besten um eine ganze Mädchengruppe, so wie im Sommer auf den Kanaren. Doch inzwischen ist es fast Winter und in der Heimat. Viele Leute stecken sowieso schon in jahrelangen Beziehungen und neigen bei solchem Schneeregen eher zum Video unter der Bettdecke. Doch es soll auch noch immer wieder Singlefrauen geben.

Irgendwann hat man mächtig einen in der Krone. Es kommen Gespräche zustande, doch halten sie nicht lange. Man hat sich nur wenig zu sagen. Auch untereinander. Denn die benebelten Gedanken drehen sich um Kontaktaufnahmen. Einige scheinen das aber zu vergessen und geben sich (etwas künstlich - oder auch völlig ekstatisch) der Party hin. Der eine oder andere holt sich vielleicht sogar eine Telefonnummer, allerdings nicht besonders aussichtsreiche.

Anderen Männergruppen geht es ähnlich. An ihren Gesichtern und ihrem Verhalten ist ebenso der verpfuschte Standardaufreißabend zu erkennen. Der wirkt wie eine Seuche, den das andere Geschlecht regelrecht wittert. Da kann man sich gleich die Mönchskutte anziehen.

Mittel gegen den Standardtrott:
- Gute Sachen shoppen
- Kommunikative Erfolgserlebnisse seien sie noch so klein
- Ausgehpause und Reformieren
- Auf bessere Zeiten warten, denn ein negativer Standard kann sich auch in einen positiven verwandeln

14.6.10 20:23

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