reflections

Meet you at the Loveparade

In den Neunzigern war die Loveparade noch in Berlin und ein riesiges Ding. Die einen sahen es als Pflichtprogramm an, da hinzufahren und in der Masse aufzugehen. Die anderen genossen das Herumlungern am See und stellten sich vor, wie unbequem es jetzt wäre, in der Hitze auf einem Wagen oder gar in der Menschenmenge festzustecken.

Wenn man nun aber seine Bequemlichkeit verbergen musste, weil unsexy wirkend auf besonders attraktive Disco-Fun-Girlies, da konnte es schon passieren, dass man mit jemandem plötzlich ein Date irgendwo in Berlin hatte, obwohl man selbst vielleicht gerade an einem See in der Nähe von Nürnberg, München oder Frankfurt planschte. Doch man musste den Schein waren. Klar bin ich aktiv und jeder ist dort, also ich auch, sowieso.
Das Blöde ist nur, wenn dieses Date nicht nur Smalltalk war, sondern das Gegenüber einen tatsächlich ernst nahm. Damit muss man mal rechnen!
Doch das Schöne an der (niemals in der Realität besuchten) Loveparade, man konnte sich eigentlich immer auf so etwas berufen wie Filmriss oder in der Menge festgesteckt.
Dass es einen nicht gerade unattraktiver macht, wenn man heißes Girlie trotz ausgemachtem "Date" versetzt, egal ob es mitten in Berlin, also einer fremden Stadt ist, kann man sich denken. Auch wenn die gezeigte kalte Schulter nicht echt ist und nur Ergebnis einer Kombination aus Bequemlichkeit und vermeintlicher Small-Talk-Erfahrung. Letztere gibt ein Gespür dafür, ob ein Date nur Gefasel war oder tatsächlich bindend. Ach, die guten alten Zeiten, als man nicht zur Loveparade gehen musste, sondern stattdessen an einem See relaxen durfte und sich trotzdem vorkam wie ein Star-DJ. Und das, ohne jemals selbst aufgelegt zu haben.

12.7.10 20:11

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